Fabrikverkauf Ratgeber



500 Weine unter 10 Euro 2006. Mit Bezugsquellen und Speiseempfehlungen


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Die Aldidente-Kochbücher haben seinerzeit einen Trend begründet, der in diesen Tagen mit den allgegenwärtigen "Geiz ist geil"-Werbekampagnen eine beachtliche Renaissance erlebt: Mut zum Billigen. Langsam setzt es sich in den Köpfen der Menschen fest: Es ist kein Makel, nicht die teuerste Hi-Fi-Anlage im Wohnzimmer, nicht den teuersten Designer-Anzug im Schrank und nicht die teuersten Trüffel aus dem Feinkostladen auf dem Tisch stehen zu haben. Im Gegenteil: Die viel beschriebene Schnäppchenkultur setzt sich durch; wer sich heute einen sündhaft teuren Fernseher kauft, den er woanders bei gleicher Qualität (nur vielleicht unter einem nicht ganz so bekannten Markennamen) zum halben Preis hätte bekommen können, der wird nicht beneidet, sondern belächelt; der ist nicht cool, sondern dumm. Nur Ramsch darf es natürlich trotzdem nicht sein, den man sich da im Sparwahn andrehen lässt, und da ist guter Rat oft teuer.

Nicht bei den Weinen: Denn für einen absolut angemessenen Preis bietet der renommierte Sommelier Bernd Kreis auch in diesem Jahr seinen aktualisierten Führer durch die Welt der preiswerten und zugleich qualitativ hochwertigen Weine. Die Devise lautet dabei nach wie vor: Nicht die Tatsache, dass ein Wein preiswert ist, qualifiziert ihn für die Aufnahme in dieses Buch, sondern die Tatsache, dass er trotz einwandfreier Qualität nur unter 10 EUR kostet. Sprich: Mit den hier vorgestellten 500 Weinen kann man kaum etwas falsch machen.

Das Buch ist dabei sehr durchdacht und benutzerfreundlich aufgebaut: Den Hauptteil bilden natürlich die Porträts der 500 Weine, sortiert nach Herkunftsland und -region. Jeder Wein wird vorgestellt mit einer Abbildung seines Etiketts, mit einem kurzen, den Wein beurteilenden Text (prägnant und aussagekräftig, nicht die oft so lähmend bemühte "Weinpoesie"), mit einer groben Qualitätseinstufung (null bis drei Weinglas-Symbole), mit einer Empfehlung, zu welchem Gericht dieser Wein besonders gut passt, natürlich mit dem Preis und mit einem Verweis auf die Bezugsquelle in Deutschland oder Österreich. Hat man also einen Wein für sich entdeckt, schlägt man im Verzeichnis der Bezugsquellen nach, das die Händler mit allen nötigen Angaben (wo vorhanden, auch mit Internetadresse) aufführt. Oft genug und ganz bewusst sind es Versandhändler, von denen man sich den Wein nach Hause schicken lassen kann.

Enorm praktisch ist auch, dass die Speiseempfehlungen noch einmal in einem eigenen Register erschlossen sind; so kann man sich zu dem Gericht, das man auf den Tisch bringen möchte, genau den passenden Wein einfach heraussuchen. Weitere kurze Register (wie noch einmal eine knappe Liste der "besten Weine", die das Blättern erspart, ein Verzeichnis der Händler nach Orten bzw. Postleitzahlen) sowie ein Glossar ergänzen den praktischen Weinführer. Alles in allem ein ausgesprochen gut zu benutzendes, inhaltlich zweifellos vertrauenswürdiges Büchlein, das auch denjenigen, die Geiz nicht unbedingt geil finden, hervorragende Dienste bei der Suche nach einem Wein mit überdurchschnittlichem Preis-Leistungs-Verhältnis leistet. --Christoph Nettersheim

Eine kompetente und unterhaltende Entscheidungshilfe
Wein ist mehr als ein Getränk. Wein ist Kultur. Eine Kultur, die vor einer großen Herausforderung steht: Die Globalisierung hat den Weinmarkt erreicht. Weinautor Till Ehrlich schreibt: „Er (der Weinmarkt) ist nicht länger eine Insel der Weinseligen, sondern ein hart umkämpftes Segment.“ Deshalb sollte jeder wissen, was er mit seinem Geld kauft, letztendlich fördert: Den Winzerwein, geprägt durch Handwerk, Weinberg und Mensch. Oder einen nach Marketingkonzepten entwickelten Wein, der für bestimmte Zielgruppen mit technischen Hilfsmitteln designt wurde. Bei dieser Entscheidung ist dieser Weinführer unentbehrlich.
„500 Weine unter 10 Euro“ bietet zuerst einen Überblick der besten Weine aus Europa und Übersee in diesem Preissegment. Mit den Schwerpunkten Deutschland (190 Weine) und Österreich (109) beginnt der Weinführer in Argentinien (4), führt natürlich über Frankreich (45), Griechenland (8), Italien (47) bis hin zu Spanien (24), Südafrika (3) und Ungarn (7). Eine Erweiterung, der Weinführer erscheint bereits im siebenten Jahrgang, bietet das letzte Kapitel. Dort werden 26 Schaumweine vorgestellt, denn „immerhin gehören 20 Prozent aller in Deutschland gekauften Weine der schäumenden Art an“. Die kompetenten Weinempfehlungen, von Till Ehrlich in einer launigen, manchmal sogar literarischen, immer an Leserinnen und Lesern orientierten Form geschrieben, werden durch das umfangreiche Bezugsquellenverzeichnis komplett. Hier findet jeder schnell zu seinem Wein!
Die Weinempfehlungen entstanden nach einer unabhängigen Verkostung. Wichtig! Dahinter steckt keine PR-Strategie, schon erkennbar in der individuellen Sprache des Autors: „Da hüpft das Herz walzerselig im Dreivierteltakt.“ „Winzer Michael Wenzel ist ein Könner, der sich selbst zurücknimmt und seinen Wein sprechen lässt. Zuhören und genießen!“ Oder zu einem griechischen Cabernet Sauvignon: „Ein trockener Rotwein mit Substanz. Duftig und sanft. Stilvolles Trinkvergnügen ohne Strapazen.“ Dazu empfiehlt der Autor Lammrücken. Wer also einen Wein zu seinem Essen sucht, ist auch hier richtig. Zu jedem Wein gibt es einen Speise-Tipp, der im sorgfältig bearbeiteten Anhang noch einmal alphabetisch zu finden ist.
Der Autor behandelt Fragen, die jeden Weintrinker oder auch den Weinliebhaber beschäftigen. Schraubverschluss oder Kork? „Etwa zehn Prozent aller Weine werden durch Kork verdorben.“ Historische Flaschenform oder Designerflasche? „Wollen Sie einen guten Wein oder eine hübsche Flasche kaufen?“ Angst vor dem Fachhandel? „Die Ausstattung einer Weinhandlung lässt keine Rückschlüsse auf ihre Preisgestaltung zu.“ Welcher Wein zum Essen? „Der Wein, auf dem Sie beim Essen Lust verspüren, das ist immer der passende.“
Dieser Weinführer ist viel mehr als nur ein „Schnäppchenführer“. Er ist nicht nur kompetent recherchiert, sorgfältig bearbeitet und unterhaltend geschrieben. „500 Weine unter 10 Euro“ bietet im Gewande eines Weinführers eine erstaunliche Bilanz der gegenwärtigen Weinkultur, die die Unkultur bemerkbar macht. Nach dem Genuss des Weinführers beginnt dann die reale Welt des Weines. „Sie kann manchmal ernüchternd sein“, schreibt Ehrlich. Gut zu wissen! Wir haben die Entscheidung.

Sommelier und Entdecker
Es ist immer wieder ein Vergnügen mit diesem Büchlein auf Entdeckungstour zu gehen. Bernd Kreis kennt sich aus, kein Wunder; denn er ist einer der fähigsten Sommeliers des Landes. Er kann aber auch(und dies ist keineswegs selbstverständlich!) seine Sinneseindrücke treffender formulieren als mancher Berufsschreiber. Die internationale Auswahl ist der schwächere Teil des Kompendiums; denn da ist er konzeptbedingt natürlich abhangig vom Angebot der Händler und Importeure. Aber Deutschland und Österreich seien jedem Weinfreund wärmstens ans Herz gelegt.

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